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Abnehmen: So misst du Erfolg richtig

Abnehmen: So misst du Erfolg richtig
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Abnehmen heißt für die meisten: überschüssiges Körperfett verlieren. Ob du auf dem richtigen Weg bist, erkennst du aber nur, wenn du die richtigen Parameter trackst – nicht nur das morgendliche Gewicht auf der Waage.

Inhalt
  1. BMI – warum er allein nicht reicht
  2. Schlank ≠ gesund
  3. Warum die Waage täuscht
  4. Was du stattdessen messen solltest
  5. Körperumfänge messen
  6. Körperfett mit dem Kaliper
  7. Fotos als Fortschritts-Tracker
  8. Fazit

BMI – warum er allein nicht reicht

Der Marker, auf den die meisten – und leider auch viele Gesundheitssysteme – schauen, ist das Gewicht. Das Gesundheitsrisiko wird oft über den BMI (Body-Mass-Index) abgebildet: ein Verhältnis aus Körpergröße und Gewicht. Die Annahme: Es gibt ein „gesundes" Verhältnis zwischen beiden. Die große Schwäche: die Körperzusammensetzung fließt nicht ein.

Mehr Muskelmasse bedeutet auch mehr Gewicht. Zwei Menschen können denselben BMI haben – der eine mit deutlich zu viel Körperfett, der andere gut trainiert mit wenig Fett und viel Muskelmasse. Der BMI allein sagt dir also wenig über deinen tatsächlichen Fortschritt.

Schlank ≠ gesund

„Schlank" wird oft mit „gesund" verwechselt – das ist ein Trugschluss. Entscheidend ist die Körperzusammensetzung: Verhältnis von Körperfett zu fettfreier Masse. Viele Menschen sind äußerlich dünn, haben aber ein ungünstiges Fett-Muskel-Verhältnis – im Englischen „skinny-fat" oder TOFI (thin on the outside, fat on the inside). Ihre Gesundheitsrisiken werden leicht übersehen.

Krafttraining und Muskelmasse bringen mehr als einen besseren Grundumsatz und eine stabilere Haltung. Krafttraining stimuliert unter anderem BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) – einen Faktor, der das Wachstum von Nervenzellen fördert. Studien zeigen Zusammenhänge mit besserer kognitiver Leistung; bei Demenz und Alzheimer sind BDNF-Werte oft verringert. Mehr dazu im Beitrag Krafttraining für Frauen – die Prinzipien gelten für alle Geschlechter.

Warum die Waage täuscht

Viele bewerten Erfolg und Misserfolg nur über die Waage. Das Gewicht schwankt aber stark – Hormone, Wasserhaushalt, Mahlzeiten und Entzündungen beeinflussen die Anzeige von Tag zu Tag. Was du wirklich reduzieren willst, ist Körperfett – nicht Muskeln, Knochenmasse oder Bindegewebe.

Wer nachhaltig abnehmen will, sollte die Ernährung mitdenken – der Vergleich Diät vs. Ernährungsumstellung zeigt, warum Crash-Diäten die Waage kurz täuschen, langfristig aber selten das Körperfett stabil senken.

Was du stattdessen messen solltest

Es gibt einfache, kostengünstige Wege, die Körperzusammensetzung zu erfassen. Drei Methoden haben sich bewährt:

Körperumfänge

Maßband an festen Stellen – sicher, günstig, ideal bei höherem Ausgangs-Körperfett.

Hautfalten (Kaliper)

7-Punkte-Messung mit Körperfettzange – verlässliche Schätzung des Körperfettanteils in Prozent.

Fotodokumentation

Fortschritt sichtbar machen – Veränderungen, die du im Spiegel übersiehst, siehst du auf Bildern.

Körperumfänge messen

Person misst mit Massband die Taillenumfang in neutraler Haltung – Koerperumfang-Tracking beim Abnehmen
Feste Messpunkte, gleiche Technik, gleiche Tageszeit – so werden Umfangs-Messungen vergleichbar.

Das Messen von Körperumfängen ist eine sichere und verlässliche Methode – besonders, wenn du noch viel Körperfett verlieren willst. Wer viel Krafttraining macht, sollte bedenken: Muskelzuwachs kann Umfänge an Brust, Oberschenkel und Oberarmen erhöhen, während die Taille oft schmaler wird.

Oberarme

Mitte zwischen Schulter und Ellenbogen.

Brust

Unterhalb der Brust, horizontal.

Taille

Schmalste Stelle des Oberkörpers, unterhalb der letzten Rippe.

Hüfte

Ca. drei Finger unterhalb des Bauchnabels.

Oberschenkel

Mitte zwischen Hüftgelenk und Knie.

Halte die Werte in einer Tabelle fest – immer zur gleichen Tageszeit, am besten morgens vor dem Frühstück. So erkennst du Trends, auch wenn die Waage stagniert.

Körperfett mit dem Kaliper

Hand haelt eine Hautfaltenzange am Oberarm – Kaliper-Messung zur Koerperfett-Schaetzung
Hautfaltenmessung mit Kaliper: guenstig, zu Hause moeglich – immer dieselbe Person und Seite messen.

Eine verlässliche Methode zur Körperfett-Schätzung ist die Hautfaltenmessung mit einem Kaliper (ab ca. 10 € erhältlich). Für die höchste Genauigkeit misst du an 7 Stellen – immer von derselben Person und an derselben Körperseite, um den Messfehler klein zu halten. Aus den sieben Werten berechnest du per Formel den geschätzten Körperfettanteil in Prozent.

  1. Trizeps: Senkrechte Hautfalte auf der Rückseite des Oberarms, 1 cm oberhalb der Mitte zwischen Schulter und Ellenbogen.
  2. Suprailiak (Hüfte): Diagonale Hautfalte am oder leicht oberhalb des Hüftknochens.
  3. Oberschenkel: Senkrechte Hautfalte an der Vorderseite, auf halber Höhe zwischen Leiste und Knie.
  4. Brust: Diagonale Hautfalte mittig zwischen Achsel und Brustwarze.
  5. Bauch: Waagerechte Hautfalte ca. 2–3 cm rechts des Bauchnabels.
  6. Achsel (Axilla): Hautfalte unterhalb der Achsel, Arm locker über den Kopf gelegt.
  7. Subscapular: Unterhalb des Schulterblatts, Hautfalte parallel zum Schulterblatt angehoben.

Fotos als Fortschritts-Tracker

Neben Umfängen und Körperfettanteil lohnt sich eine fotografische Dokumentation. Veränderungen der Körperzusammensetzung siehst du auf Bildern oft deutlicher als im Spiegel – du siehst dich jeden Tag und gewöhnst dich an kleine Schritte.

Am besten in Unterwäche, von vorne, seitlich und hinten, in neutraler Haltung – immer gleicher Standort und Licht. Ein Foto alle 4–8 Wochen reicht. Für Motivation und Ernährungsdisziplin ergänzen 6 Tipps gegen Heißhunger und Intervallfasten den Mess-Ansatz mit konkreten Alltags-Strategien.

Fazit

Abnehmen heißt Körperfett reduzieren – nicht blind Gewicht jagen. BMI und Waage allein reichen nicht. Kombiniere Körperumfänge, Kaliper-Messungen und Fotos, tracke Trends über Wochen und Monate, und denk Muskelaufbau mit, wenn du regelmäßig Krafttraining machst.

Wer langfristig dranbleiben will, braucht neben den Zahlen auch die richtige Motivation – echte Motivation für ein gesundes Leben hilft, den Fokus vom kurzfristigen Gewichtsverlust auf nachhaltige Veränderung zu legen.

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