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HIIT - High Intensity Intervall Training

HIIT - High Intensity Intervall Training
Dieser Artikel ist aktuell nur auf Deutsch verfügbar.

Kaum Zeit fürs Training, aber trotzdem maximale Wirkung? Genau dafür wurde HIIT – High Intensity Intervall Training gemacht. In kurzen, intensiven Intervallen bringst du deinen Körper an die Leistungsgrenze, kurbelst den Stoffwechsel an und profitierst noch Stunden nach dem Workout vom Nachbrenneffekt (EPOC). Hier liest du, was HIIT ausmacht, welche Methoden es gibt, für wen es sich eignet – und wie du sofort startest.

Inhalt
  1. Was ist HIIT – und warum so effektiv?
  2. Methoden für das HIIT-Training
  3. Für wen ist HIIT geeignet?
  4. Was du für HIIT brauchst – plus Übungs-Auswahl
  5. Fazit – warum sich HIIT auszahlt

Was ist HIIT – und warum so effektiv?

High Intensity Interval Training – kurz HIIT – ist eine Trainingsmethode, bei der du in kurzen, sehr intensiven Intervallen trainierst, unterbrochen von gezielten Erholungs-Pausen. Das Ergebnis: maximale Fettverbrennung in minimaler Zeit, bessere Ausdauer, ein stärkeres Herz-Kreislauf- System und spürbar mehr Grundfitness.

In der Belastungsphase, die typischerweise 20 bis 50 Sekunden dauert, gerät dein Körper in einen anaeroben Zustand. Er verbraucht viel Sauerstoff und der Stoffwechsel wird massiv angekurbelt. In der Pause von 10 bis 30 Sekunden beginnt dein Körper, sich zu regulieren – nutzt aber weiterhin Energie, um Sauerstoffverbrauch und Stoffwechselaktivität wieder zu normalisieren.

HIIT ist abwechslungsreich und unendlich kombinierbar – kaum eine andere Trainingsform wird so selten eintönig. Neben Ausdauer, Fettverbrennung und Muskel-Kräftigung steigert HIIT Koordination, Sprungkraft und Flexibilität. Dein Körper wird bestens für typische Alltagsbewegungen vorbereitet – Treppen steigen, Einkaufstaschen schleppen, das Kind hochheben.

Hochintensität

Du gehst in der Belastungsphase bewusst an deine Leistungsgrenze – kurz, hart, ehrlich. Genau diese Spitzen-Intensität macht den Unterschied zum klassischen Ausdauertraining.

Intervall-Struktur

Klare Wechsel zwischen Belastung und Pause geben dem Workout Form. Ohne Intervall-Timer ist es kein HIIT – sondern bestenfalls ein anstrengendes Workout.

EPOC-Nachbrenneffekt

Bis zu 24 Stunden nach dem Workout verbraucht dein Körper noch erhöhte Mengen Energie, um sich zu regenerieren. Genau hier holt HIIT seine besondere Effizienz heraus.

Funktionelle Übungen

Kniebeugen, Liegestütze, Ausfallschritte, Plank-Varianten – große Muskelgruppen, alltagsnahe Bewegungsmuster, kein Geräte-Park nötig. Das macht HIIT überall durchführbar.

Methoden für das HIIT-Training

Sportlerin in einer dynamischen HIIT-Belastungsphase mit Bodyweight-Übung
HIIT-Belastungsphase – 20 bis 50 Sekunden volle Intensität, dann kurz Luft holen und der nächste Block kommt.

Es gibt unterschiedlichste Methoden, ein High Intensity Intervall Training zu gestalten. Drei Klassiker haben sich in der Trainingspraxis bewährt – jede mit eigenem Charakter und eigener Zielgruppe.

  1. Tabata (20:10 × 8). Vom japanischen Sportwissenschaftler Izumi Tabata (1996) entwickelt: auf 20 Sekunden volle Belastung folgen 10 Sekunden Erholung, das Ganze acht Mal in Folge. Insgesamt vier Minuten reine Belastungszeit. Klassisch mit funktionellen Übungen wie der Kniebeuge, gerne in der gesprungenen oder explosiven Variante. Richtet sich an erfahrene Sportler:innen, die die Technik sauber beherrschen. Wird oft als Ergänzung zu Kraft- oder Ausdauereinheiten – oder als eigenständiges Mini-HIIT mit ausreichendem Warm-up – eingesetzt.
  2. Klassischer Zirkel für Anfänger:innen (20:40). Acht bis zehn Übungen, abwechselnd für verschiedene Muskelgruppen. Pro Übung 20 Sekunden höchstmögliche Wiederholungszahl, dann 40 Sekunden Pause. Lange Pausen geben dir genug Luft, um die Technik sauber zu halten – ideal für den Einstieg.
  3. Zirkel für Fortgeschrittene (40:20). Gleiche Struktur, aber mit verdrehten Intervallen: jetzt sind es 40 Sekunden Belastung und nur noch 20 Sekunden Pause. Macht aus dem gleichen Workout ein deutlich anderes Spiel – Puls bleibt durchgehend hoch, kein Atem-Reset zwischendurch.

Die Intervalle können grundsätzlich beliebig gestaltet werden, solange sie an das Level der trainierenden Person angepasst sind. Wie immer gilt: Aufwärmen nicht vergessen. Ohne sauberes Warm-up schießt du dir bei HIIT schneller einen Muskelkater oder eine Zerrung ein als bei jedem anderen Training.

Infografik HIIT-Zirkel: 20 Sekunden Belastung und 40 Sekunden Pause im Wechsel
HIIT-Zirkel – das einfachste Schema für den Einstieg: 8–10 Übungen, 20 Sekunden Vollgas, 40 Sekunden Atem holen, fertig.

HIIT eignet sich auch optimal für Gruppen-Trainings – die gemeinsame Belastung und die klaren Intervall-Vorgaben schaffen Dynamik, die im Einzeltraining nur schwer entsteht. Wer als Übungsleiter:in vor der Gruppe steht und eine ganze Halle zum Schwitzen bringt, braucht Methodik und Anatomie-Wissen, das weit über „lustige Übungen aneinanderreihen" hinausgeht. Wer das systematisch aufbauen will, findet in der Functional-FitnesstrainerIn-Ausbildung den methodischen Werkzeugkasten für HIIT-Workouts mit Bodyweight- Übungen und funktionellen Kleingeräten.

Mitmach-Tabata mit Sarah und Melanie aus dem Team Flexyfit: 20 Sekunden Belastung, 10 Sekunden Pause, acht Runden – klassisches Tabata-Schema zum direkt Mitmachen.

Für wen ist HIIT geeignet?

Hochintensives Intervalltraining setzt eine gewisse Grundfitness voraus und sollte ohne körperliche oder gesundheitliche Einschränkungen erfolgen. Wer aus längerer Pause kommt oder eine Vorerkrankung hat, klärt das vorher mit Ärztin oder Trainer:in ab.

Weniger gut geeignet sind technisch anspruchsvolle Bewegungen wie Clean & Jerk, Snatch oder andere Übungen, die du noch nicht beherrschst. So kannst du dich auf die korrekte Ausführung fokussieren und gezielt die großen Muskelgruppen stärken. Bei komplexen Bewegungsabläufen schleichen sich unter Zeitdruck und Erschöpfung schnell Fehler ein – das Verletzungsrisiko steigt deutlich.

Wer mit Klient:innen arbeitet und HIIT individuell auf Leistungs­ stand, Vorbelastungen und Trainingsziele abstimmen will, findet in der PersonaltrainerIn-Ausbildung die fachliche Tiefe, um 1:1-Coaching sauber zu steuern – statt Standard-Workouts unreflektiert auf jede Person zu übertragen.

Was du für HIIT brauchst – plus Übungs-Auswahl

Athletin in der Endposition eines Box Jumps – beide Füße auf der Plyo-Box
Box Jump – klassische plyometrische HIIT-Übung, die Sprungkraft, Koordination und Bein-Power gleichzeitig trainiert.

HIIT kannst du überall machen: zu Hause, im Park, im Fitnessstudio. Du brauchst dafür:

  • ca. 8 Quadratmeter Platz,
  • deinen Körper als wichtigstes Gerät, und
  • einen Intervall-Timer (App reicht völlig).

Diese Basis kannst du je nach Lust und Trainingsziel mit Kurz- und Langhanteln, Sandbags, Medizinbällen, Springseil oder Plyo-Box erweitern und so Intensität wie auch Vielfalt erhöhen.

Übungs-Auswahl für Unterkörper, Sprung und Mobility

  • Squat (Kniebeuge)
  • Squat Jump
  • Squat Pulses
  • Low Side Steps
  • Squat Jacks
  • Lunges (Ausfallschritte)
  • Reverse Lunges
  • Side Lunges
  • Star Lunge Jumps
  • Jumping Jacks
  • In-Out Jumps
  • Tuck Jumps
  • Box Jump
  • Jumping-Jack-Variationen
  • High Knees
  • Butt Kicks
  • Rope Jumps (Seilspringen)

Übungs-Auswahl für Rumpf und Oberkörper

  • Push-ups (Liegestütz)
  • Dips
  • Low Plank
  • Plank Jacks
  • Plank In-Out Walks
  • Shoulder Taps
  • Side Plank
  • Bicycle Crunches
  • Flutter Kicks
  • Leg Raises

Diese 27 Übungen reichen, um wochenlang neue HIIT-Kombinationen zu bauen, ohne dass dir die Ideen ausgehen. Mische jeweils zwei bis drei Unterkörper-Übungen mit zwei bis drei Rumpf-/Oberkörper- Übungen, halte die Belastungs-/Pause-Verhältnisse aus dem Methoden- Block ein – fertig ist das eigene Workout.

Die fachliche Basis für eine saubere Technik (Kniebeuge in der Knie-über-Zehe-Diskussion, Plank ohne Hüftknick, Liegestütz mit aktiver Schulter) bekommst du in der FitnesstrainerIn-Ausbildung – das Trainingslehre- und Anatomie-Fundament, das HIIT erst sicher macht.

Fazit – warum sich HIIT auszahlt

HIIT ist eine der effizientesten Trainingsmethoden für alle, die im Alltag wenig Zeit haben, aber sichtbare Ergebnisse sehen wollen. Eine 20-minütige HIIT-Einheit kann – richtig geplant und konsequent durchgezogen – mehr bringen als eine gemütliche Stunde auf dem Crosstrainer.

Drei Punkte, die HIIT besonders attraktiv machen:

  1. Effizienz. Kurze Trainingseinheiten, großer Effekt – ideal für enge Wochenpläne.
  2. EPOC-Nachbrenneffekt. Bis zu 24 Stunden Mehrverbrauch nach dem Workout – den „Bonus" gibt es bei kaum einer anderen Trainingsform.
  3. Abwechslung. Mit 27 Bodyweight-Übungen und freier Intervall-Wahl kannst du dein Workout wochenlang anpassen, ohne dass es eintönig wird.

Wer als Coach tätig ist, für den ist HIIT-Wissen Gold wert. Du kannst Klient:innen mit wenig Zeit ein wirksames Trainingsprogramm bauen, Gruppen anleiten und neue Trainingsformate ins Portfolio aufnehmen, ohne ein riesiges Equipment-Setup zu brauchen.

Du willst gleich loslegen? Das eingebettete Tabata-Workout mit Sarah und Melanie aus dem Team Flexyfit (oben im Methoden-Block) ist genau dafür gemacht. Time-Cap setzen, Timer starten, durchziehen.

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