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Impingement-Syndrom (SAS): Was ist das?

Impingement-Syndrom (SAS): Was ist das?

Schulterschmerzen beim Training kennt fast jeder im Kraftsport – meist sind sie vorübergehend. Manchmal steckt aber das subakromiale Schmerzsyndrom (SAS) dahinter, umgangssprachlich oft „Impingement-Syndrom" genannt. Was das bedeutet, welche Symptome typisch sind – und wann du handeln solltest.

Inhalt
  1. Was ist das Impingement-Syndrom?
  2. Schulter-Anatomie kurz erklärt
  3. Typische Symptome
  4. Risikofaktoren
  5. Prävention – erster Überblick
  6. Fazit

Was ist das Impingement-Syndrom?

Unter Impingement (dt.: Zusammenstoß, Einklemmen) versteht man eine Einengung im Gelenk, bei der Weichteile – etwa ein Schleimbeutel oder eine Sehne – eingeklemmt werden. Das kann an Schulter, Hüfte oder Sprunggelenk auftreten; am häufigsten betroffen ist die Schulter.

Am häufigsten werden Schleimbeutel, die Sehne des M. supraspinatus oder die Sehne des M. biceps brachii zwischen Schulterdach und Oberarmkopf eingeengt. Hohe mechanische Belastung kann Entzündungen auslösen – besonders bei Überkopfbewegungen und intensivem Krafttraining.

Schulter-Anatomie kurz erklärt

Das Schultergelenk besteht grob aus Oberarmknochen (Humerus) und Schulterblatt (Scapula). Die Gelenkspfanne umfasst den Kopf des Humerus nicht vollständig – das Gelenk wird also nicht knöchern, sondern durch Muskeln, Sehnen und Bänder stabilisiert. Das ermöglicht maximale Beweglichkeit, macht die Schulter aber anfälliger für Überlastung.

Anatomie der Schulter: Acromion, Humeruskopf und subakromialer Raum mit Supraspinatussehne
Subakromialer Raum: zwischen Acromion (Schulterdach) und Humeruskopf liegen Schleimbeutel und die Supraspinatussehne – genau hier entsteht SAS.

Vier Muskeln bilden die Rotatorenmanschette und fixieren das Schulterblatt am Oberarmkopf:

  • M. subscapularis – Innenrotation
  • M. infraspinatus, M. supraspinatus, M. teres minor – Außenrotation

Das Acromion (Schulterdach) überdeckt den subakromialen Raum. Ziel einer guten Schultergesundheit: die scapulothorakalen Muskeln (M. trapezius, M. rhomboideus major/minor, M. serratus anterior) und die Rotatoren kräftigen, damit der Humeruskopf wieder stabil nach unten gezogen wird – der subakromiale Raum vergrößert sich, die Supraspinatussehne wird entlastet.

Typische Symptome

Schulterdrücken im Fitnessstudio – schmerzverzerrter Gesichtsausdruck bei Überkopfbelastung, typisch für SAS
Überkopf- und Abspreizbewegungen belasten den subakromialen Raum besonders – dort treten SAS-Schmerzen oft zuerst auf.

70–120°

Schmerzhafter Bereich bei seitlicher Armhebung (Abduktion) – klassisches SAS-Muster

Stechend

Akuter Schmerz bei Überkopfbewegungen, Drücken oder seitlichem Heben

Nachts

Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Seite – häufiges Begleitsymptom

Überkopf & Abspreizen

Schulterdrücken, Klimmzüge, seitliches Heben – Belastung im subakromialen Raum.

Anhaltend vs. akut

Temporäre Überlastung klingt oft nach Pause ab – SAS-Schmerzen kommen wieder, wenn du unverändert trainierst.

Einschränkung

Schmerz begrenzt Bewegungsradius – du schützt unbewusst die Schulter und verstärkst Muskelungleichgewichte.

Wenn Schmerzen länger als zwei Wochen anhalten, nachts stören oder die Kraft spürbar sinkt: zur Ärztin oder zum Arzt – SAS lässt sich nicht sicher per Selbstdiagnose von anderen Schulterproblemen unterscheiden.

Risikofaktoren

SAS entsteht selten aus dem Nichts. Typische Risikofaktoren:

  • Wiederholte Tätigkeiten in und über Schulterhöhe (Beruf oder Sport)
  • Hohe Schulterbelastung ohne ausreichende Regeneration
  • Muskelungleichgewichte im Oberkörper – zu starke vordere, zu schwache hintere Kette
  • Falsche Trainings-Technik bei Bankdrücken, Schulterdrücken, Klimmzügen
  • Fehlendes oder unzureichendes Aufwärmen der Schulter
  • Monotones Training ohne Variation – siehe auch Split-Training für ausgewogene Struktur

Gute Nachricht: Krafttraining hat generell einen präventiven Effekt – wenn Technik, Balance und Aufwärmen stimmen. Wer Körperwahrnehmung schult, erkennt Fehlbelastungen früher – wie im sensomotorischen Training beschrieben.

Prävention – erster Überblick

Grundregeln, bevor es richtig weh tut:

  1. Ausreichend aufwärmen – Cardio plus gezielte Schulter-Mobility
  2. Agonisten und Antagonisten ausgewogen trainieren
  3. Technik vor Gewicht – Schulterblätter fixieren, Ellbogenwinkel beachten
  4. Theraband-Rotationen vor intensiver Schulterbelastung
  5. Bei Schmerz pausieren – nicht durchtrainieren

Ausführliche Übungen, Theraband-Technik und Behandlungsoptionen findest du im Folgeartikel Impingement-Syndrom: Behandlung & Prävention – die logische Fortsetzung dieser Serie.

SAS ist kein Trainingsverbot – aber ein Signal, Technik, Balance und Regeneration zu überprüfen.

Fazit

Das Impingement-Syndrom – genauer: subakromiale Schmerzen – bedeutet Einklemmung von Weichteilen unter dem Schulterdach. Typisch sind stechende Schmerzen zwischen 70 und 120 Grad Abduktion und bei Überkopfbewegungen. Mit anatomischem Verständnis, sauberer Technik und gezielter Prävention lässt sich viel vermeiden – und bestehende Beschwerden lassen sich in vielen Fällen behandeln.

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