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Paleo-Ernährung: ein evolutionärer Blick

Paleo-Ernährung: ein evolutionärer Blick
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Paleo ist die Kurzform von paleolithic, also steinzeitlich. Gemeint ist keine exakte Nachstellung der Steinzeit, sondern eine Ernährung aus wenig verarbeiteten Lebensmitteln, an die der Körper lange gewöhnt ist.

Inhalt
  1. Von Jäger und Sammler zu Ackerbau und Viehzucht
  2. Was ist eine Zeitgemäße Paleo-ernährung?
  3. Die Häufigsten Missverständnisse Rund um die Paleo-ernährung
  4. Warum Zahlt es sich aus nach Paleo-vorbild zu Essen?
  5. Fazit

Der Begriff „Paleo“ ist eine Abkürzung für das englische Wort „paleolithic“, was so viel wie „steinzeitlich“ bedeutet. Das Paläolithikum, die Steinzeit, wird in drei Abschnitte unterteilt. Die Altsteinzeit, die Mittelsteinzeit und die Jungsteinzeit. Der Begriff der Steinzeit bezieht sich auf die in dieser Zeit dominierenden Steinwerkzeuge. Die Altsteinzeit beginnt vor 2,5 Mio. Jahren mit der Herstellung der ersten Steinwerkzeuge (Oldowan Kultur), vor 1,76 Mio. Jahren entstehen die ersten Faustkeile (Acheuleen-Kultur). Faustkeile kommen in ganz Afrika und den meisten Regionen Eurasiens vor. Hersteller dieser Faustkeile waren die gleichzeitig in Ostafrika existierenden Hominiden-Arten Homo habilis, Homo rudolfensis und Homo ergaster bzw. Homo erectus.

Von Jäger und Sammler zu Ackerbau und Viehzucht

Die Verwendung von Steinwerkzeugen eröffnete den frühen Menschen ein neues Nahrungsspektrum. Der Schädel und die Knochen von erlegten Tieren konnten oft selbst die großen Raubtiere nicht knacken. Frühmenschen, wie Australopithecus, konnten also, die Reste, die die großen Räuber übrig ließen für sich nutzbar machen. Mit der Entwicklung von Steinwerkzeugen steigt also der Anteil tierischer Nahrung an. Hier vor allem Gehirn, Knochenmark und Zunge – Teile, die von den großen Raubtieren nicht konsumiert werden konnten. Anhand von Knochenfunden, die eindeutig Zeichen von Steinwerkzeugen zeigen, können wir davon ausgehen, dass Australopithecus vor 2.5 Millionen Jahren begonnen hat, vermehrt Fleisch und Knochenmark zu konsumieren.

Paleo ernaehrung tulipan

Das Paläolithikum endet im Vorderen Orient („Fruchtbarer Halbmond“) und in China vor etwa 12.000 Jahren mit einer allmählichen sesshaften Lebensweise und dem Übergang zu Ackerbau und Viehzucht. In Europa und anderen Weltregionen erfolgte der Übergang zu Ackerbau und Viehzucht wesentlich später, etwa. 6000 v.Chr.

Wir sehen also schon, DIE Steinzeit, umfasst einen sehr langen Zeitraum und es ist selbstverständlich, dass sich auch im Laufe von 2,5 Millionen Jahren unsere Ernährung, und die Ernährung unserer Vorfahren, laufend verändert hat. Dass die Nahrung eines Australopithecus, der im Herzen Afrikas lebte, eine andere Makronährstoffverteilung hatte, als die eines Homo sapiens, der während der letzten Eiszeit Mitteleuropa besiedelte, steht außer Frage. Der Punkt ist daher eher jener – was war sicherlich während der 2,5 Millionen jährigen Entwicklungsgeschichte des Menschen KEIN Teil der Ernährung.

paleo ernaehrung fleisch

Die Grundlage der Paleo-Ernährung bilden Lebensmittel die, zumindest in ähnlicher Form, seit vielen 100 000 Jahren Teil unserer Ernährung sind, und die erst die Entwicklung vom aufrechtgehenden Affen zum heute lebenden, modernen Menschen ermöglicht hat.

Somit ist der Begriff „Paleo“ als ein Platzhalter zu verstehen. Als ein Platzhalter für eine artgerechte Ernährung. Eine Ernährung, an die wir durch evolutionäre Prozesse optimal angepasst sind.

“Nothing in biology makes sense, except in the light of evolution” Theodosius Dobzhansky

Was ist eine Zeitgemäße Paleo-ernährung?

Ziel ist es nicht eine „echte“ Steinzeiternährung genau nachzubauen, das wäre unmöglich. Was wir versuchen ist, eine Steinzeiternährung, mit den Lebensmitteln die uns zur Verfügung stehen, so gut es geht nachzuahmen. (Dr. Loren Cordain)

Natürlich finden wir heute nicht mehr die gleichen Nahrungsmittel vor, wie sie unseren Vorfahren zur Verfügung gestanden sind. Wir haben heute nicht einmal die gleichen Lebensmittel, wie sie noch unsere Großeltern gegessen haben – auch wenn sie gleich aussehen.

Im Zentrum einer Ernährungsweise nach evolutionärem Vorbild, stehen echte, möglichst unverarbeitete Lebensmittel:

  • Fleisch, Innereien, Knochenmark
  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Gesättigtes Fett und einfach ungesättigtes Fett
  • Eier
  • Gemüse
  • Obst (mit wenig Zuckergehalt)
  • Nüsse und Samen

Keinen Platz haben Lebensmittel, die erst seit kurzem Teil unseres Speiseplans sind und an deren Verzehr, vor allem in großen Mengen, wir nicht oder nur sehr schlecht angepasst sind:

  • Zucker (in jeder Form)
  • Getreide und Pseudogetreide
  • Hülsenfrüchte
  • Industriell stark verarbeitete Milchprodukte
  • Industriell hergestellte Pflanzenöle mit einem hohen Anteil an Omega-6 Fettsäuren

Die Häufigsten Missverständnisse Rund um die Paleo-ernährung

IST SO VIEL FLEISCH NICHT UNGESUND?

Also, zu aller erst… Ja, Nahrungsmittel tierischer Herkunft spielen eine wichtige Rolle in der Paleo- Ernährung. Allerdings, ist sie keinesfalls eine „high-protein“ Diät - also nicht jeden Tag Steak und Hühnerbrust. Heute lebende Jäger-Sammler Gesellschaften beziehen 45-65% ihrer Energie von tierischen Produkten. Diese hohe Aufnahme von tierischen Lebensmitteln kombiniert mit dem relativ niedrigen Kohlenhydratgehalt wilder Pflanzen ergibt folgendes Makronährstoffverhältnis, Protein 19-35%, Kohlenhydrate 22-40% und Rest muss natürlich aus Fett kommen.

Man weiß dass Jäger-Sammler die fetten Teile wie Innereien und Knochenmark bevorzugen und besonders magere Stücke verschmähen . Und genau das ist der Punkt. Bei einer richtig formulierten Paleo-Ernährung werden ALLE Teile vom Tier gegessen und dadurch reduziert sich die tatsächliche Fleischportion am Teller.

Außerdem müssen wir sehr genau differenzieren, woran Jäger-Sammler gestorben sind. Infektionskrankheiten sowie Verletzungen durch Unfälle oder kriegerischen Auseinandersetzungen stellen die Haupttodesursache dar.

Warum Zahlt es sich aus nach Paleo-vorbild zu Essen?

Eine richtig formulierte Paleo-Ernährung ist besonders Nährstoffdicht und führt dazu, dass der Körper mit wichtigen Mikronährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt wird. Auf diese Weise werden hormonelle Dybalancen wieder ausgeglichen und das natürliche Gefühl für Hunger und Sättigung wieder hergestellt. Gleichzeitig kann man dadurch ALLE Risikomarker für Herz-Kreislauferkrankungen verbessert und Entzündungsvorgänge im Körper reduzieren.

EINFACH MAL AUSPROBIEREN Hast du Lust bekommen die Paleo-Ernährung auszuprobieren? Dann versuche doch einfach einmal für 30 Tage die Prinzipien umzusetzen und erlebe selber, wie du mehr Energie und weniger Hunger haben wirst. Oft verbessern sich auch Allergien, Sodbrennen oder Migräneattacken.

Fazit

Paleo ist ein Rahmen, kein Speiseplan aus dem Museum. Wer es ausprobiert, sollte auf Nährstoffdichte schauen und nicht auf eine möglichst hohe Fleischmenge.

Weiterlesen: Sieben Gründe, warum Fett gesund sein kann.

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